Anforderungen:

Für die Selbstlernkurse ist ein Work Load von 50 bis 60 h kalkuliert (= Anrechnung von 2 ECTS/ Credit Points). Dieser sollte sich auf etwa zehn Lerneinheiten im Umfang von jeweils ca. 5-6h verteilen. Gerahmt werden die Kurse von einer kurzen, in allen Kursen ähnlichen Einstiegs- und Abschlusseinheit.

Wie soll ich den Kurs inhaltlich gliedern?

Wie alle Lernangebote kann ein SDG-Kurs auf verschiedene Weise in Lerneinheiten unterteilt werden. Vertraut ist Dir sicher eine Strukturierung entlang der Inhalte. Dabei lässt sich gut berücksichtigen, wenn Lerninhalte inhaltlich aufeinander aufbauen. 

Bei einem Lernangebot sollten neben inhaltlichen Überlegungen allerdings stets die zu erwerbenden Kompetenzen einbezogen werden. Auch diese sind oftmals miteinander verknüpft und implizieren eine bestimmte Reihenfolge des Erwerbs.

Orientiere Dich bei der Gliederung nicht primär an der Fachsystematik aus Expert:innensicht, sondern nimm die Perspektive der Lernenden sein. Der Kurs sollte auf die Lernenden und ihren Lernweg ausgerichtet sein.

Stelle Dir bei der Strukturierung des Kurses die Frage, wie Du gleich zu Beginn sowie am Anfang jeder Lerneinheit das Interesse der Lernenden wecken, ihre Motivation steigern und ihnen einen roten Faden durch den Kurs bieten kannst.

Drei Tipps:

1) Zentrale Problemstellungen und Leitfragen als strukturierendes Element.

Finde eine zentrale Problemstellung als Aufhänger und roten Faden für den Kurs. Welches Problem können Studierende am Ende (potenziell) lösen? Formuliere die Problemstellung am besten als Frage und zerlege das Problem in seine Teilprobleme, die Du ebenfalls jeweils als Frage formulierst. Diese Teilprobleme können die Basis für die Gliederung der Lerneinheiten bilden. Gut kombinieren kannst Du dieses Vorgehen mit dem nächsten beiden Tipps.

2) Aufgaben-/Produktorientierte Struktur

Hast Du schon einmal überlegt, ob Dein Kursthema die Option bietet, eine Lerneinheiten übergreifende Aufgabe zu stellen, welche die Lernenden über den Kurs hinweg in mehreren Teilaufgaben bearbeiten und die alle zusammen eine gemeinsame Aufgabenlösung ergeben? Solche umfassenden, mehrschrittigen Aufgaben motivieren viele Studierende: Zum einen haben die Lernenden am Ende ein komplexes Lernprodukt, auf das sie stolz sein können, zum anderen fördert die Ausrichtung auf ein solches Lernprodukt die Anwendungsorientierung. Lernenden wird direkt deutlich, was sie mit den in einer Lerneinheit erworbenen Kenntnissen und Kompetenzen machen können.

Beispiel
Der Kurs Blau-Grüne-Infrastrukturen (SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden) hat eine Aufgabe, die den ganzen Kurs durchzieht: Studierende planen für eine Stadt ihrer Wahl eine Blau-Grüne-Infrastruktur. Die einzelnen Lerneinheiten gehen auf die verschiedenen Aspekte einer Blau-Grünen-Infrastruktur ein; am Ende jeder Lerneinheit steht dann eine Aufgabe, welche die Studierenden dazu anleitet, den nächsten Planungsschritt für ihre eigene Blau-Grüne-Infrastruktur durchzuführen. Am Ende des Kurses haben sie diese fertig geplant. Die Aufgabe ist zum einen sehr anwendungsorientiert, zum anderen kann solch ein großer, durchgängiger Arbeitsauftrag die Studierenden sehr motivieren und sie haben ein Arbeitsergebnis, auf das sie stolz sein können.


3) Storytelling als Leitfaden und Strukturgeber

Serien und Filme finden wir oft viel spannender als wissenschaftliche Fachbeiträge. Am Ende einer Serienfolge wollen wir oft direkt die nächste Folge schauen, weil wir neugierig sind, wie es weiter geht. Bei Fachbüchern ist der Drang, direkt das nächste Kapitel zu lesen, nicht immer so groß 😉. Filme und Serien (oder auch ein guter Roman) ziehen uns oft deshalb in den Bann, weil sie eine spannende Geschichte erzählen und mit Charakteren arbeiten, denen wir uns verbunden fühlen und deren Lebensverlauf wir weiterverfolgen wollen. Selbst ein vermeintlich trockenes Thema kann so spannend werden. Das Prinzip des Storytellings können wir uns auch für Lernangebote zu Nutze machen. 

Gibt es eine Geschichte, in du dein Lernangebot einbetten kannst? Vielleicht eine Abendteuer- oder Held:innengeschichte? Es muss nicht gleich die perfekte, aufwendige Story sein, schon kleine Elemente könnten Neugier wecken und die Motivation steigern.

Ressourcen
Guter Tipp, aber du brauchst noch etwas Inspiration? Schau doch zum Beispiel ein paar Science Slam Beiträge an, in denen oft auf Elemente des Storytellings zurückgegriffen wird, oder stöbere durch eine der folgenden externen Webseiten:

Diese Tipps müssen nicht unbedingt auf alle Lerneinheiten angewandt werden. Möglicherweise eignen sie sich, um zumindest einige ausgewählte, zusammenhängende Lerneinheiten zu strukturieren.

Lerneinheit zu groß?
Wenn eine Lerneinheit sehr umfangreich ist und sich thematisch nicht in zwei Lerneinheiten aufteilen lässt, kannst Du die Lerneinheit in zwei Teile zerlegen und Thema XYZ Teil 1 und Thema XYZ Teil 2 benennen. Es ist wichtig, dass einzelne Lerneinheiten nicht zu umfangreich werden und die SDG-Campus-Kurse gewisse, für Lernende wiedererkennbare Strukturen haben - dazu gehört die Länge einer Lerneinheit.