Anforderungen II: Aufbau einer Lerneinheit & Lernaufgaben
Aufbau & Umfang einer Lerneinheit
Eine Lerneinheit sollte ca. 5-6 Stunden Arbeitsaufwand erfordern. Kleinere Lerneinheiten sind möglich. Bei mehr als 6h Arbeitsaufwand sollte die Lerneinheit in zwei Teile gesplittet werden.
In einer Lerneinheit werden auf abwechslungsreiche Weise Wissensinhalte und Aufgaben bereitgestellt. Instruierende Texte und Aufgaben übernehmen die Funktion eines "Guides", der die Lernenden durch die Lerneinheit begleitet und sie zu abwechslungsreichen Lernaktivitäten anleitet. Hochwertige Lernaktivitäten sind der Schlüssel dafür, dass die Lernenden die Lerninhalte verarbeiten und so neues Wissen und Kompetenzen aufbauen.
Zur Gestaltung einer Lerneinheit á 5-6h eignet sich als grobe Faustformel:
- 1 Stunde für Lernmaterial zur primären Informationsrezeption (z.B. Texte, Videos)
- 4-5 Stunden für durch Lernaufgaben initiierte Lernaktivitäten, die nicht primär rezipierend sind
- ca. 5 Minuten für Prüfungsaufgaben (diese müssen nicht Teil jeder Lerneinheit sein, im gesamten Kurs jedoch ca. 50 Min. ergeben)
Um auf 4-5h für Lernaufgaben zu kommen, empfiehlt es sich, umfangreichere Aufgaben mit größerer Eigenleistung einzubauen, bei denen Studierende z.B. zunächst zum Thema passende Fälle und Beispiele selbständig recherchieren und auswerten, um die Ergebnisse dann zusammengefasst im Kurs zu posten.
Es ist nicht erforderlich, die 4-5h komplett kleinteilig anzuleiten!
Im gesamten Kurs sollen mindestens 30 Lernaufgaben (3 pro Lerneinheit à 5 Stunden) integriert werden.
Aufgabenarten im SDG Campus
Aufgaben im SDG Campus lassen sich grob in drei Aufgabenarten differenzieren:
- Kleine, aktivierende Lernaufgaben, die auf das Lernmaterial gerichtet sind und eine aktive Auseinandersetzung mit diesem fördern sollen (zum Beispiel Leitfragen und aktivierende Multiple-Choice- oder Drag-&-Drop-Aufgaben). Solche Aufgaben leiten effektives Lernen eher kleinteilig an.
- Komplexe Lernaufgaben mit hoher Eigenleistung/Selbständigkeit und umfangreicher Aufgabenlösung, die oftmals den Einbezug zusätzlicher Materialien erfordern.
- Prüfungsaufgaben: Im SDG Campus aus Ressourcengründen meist automatisiert auswertbare Quizze.
Aktivierende & komplexe Lernaufgaben
Der SDG Campus verfolgt grundsätzlich das Ziel, Lernmaterialien in lernförderlicher Weise anzubieten, indem Lerninhalte durch den Lernprozess anleitende Arbeitsaufträge gerahmt und Materialen nicht einfach "kommentarlos" bereitgestellt werden. Aufgaben stellen eine Art "Guide" durch den Kurs dar. Ihnen kommt auch die Funktion zu, den Lernenden Orientierung zu bieten und sie zu motivieren. Sie kompensieren das Fehlen einer den Lernprozess moderierenden Lehrperson. Während das Lernmaterial das "Was?" des Lernprozesses vorgibt, fokussieren die Lernaufgaben auf das "Wie?" des Lernprozesses.
Die Arbeitsaufträge der Lernaufgaben können
- sich direkt auf das Lernmaterial richten und helfen, dieses zu erschließen,
- inhaltlich über das bereitgestellte Material hinausgehen, indem sie beispielsweise darauf zielen, Vorwissen zu aktivieren oder Reflexionen zum Lernmaterial anzustoßen,
- den Einbezug zusätzlicher, selbst zu recherchierender Materialien erfordern.
Kognitive Aktivierungsaufgaben: Didaktisierung von Lernmaterial
Ein zentrales Ziel der Didaktisierung des Lernmaterials ist, Lernende zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Lernmaterial anzuregen und dem passiven, wenig lernwirksamen "Konsum" entgegenzuwirken. Ein wichtiges Mittel hierfür sind kleine Aufgaben zur kognitiven Aktivierung, die ins Lernmaterial eingebettet werden. Dazu gehören zum Beispiel:
- Leitfragen zu Texten/Videos (=Relevanzinstruktionen)
- Fragen zu zentralen Aussagen, zum Beispiel im Multiple-Choice-Format. Diese unterstreichen die Relevanz dieser Aussagen und können Fehlkonzepten entgegenwirken
- Zusammenfassende oder vergleichende Aufgaben, beispielweise von Merkmalen eines/mehrerer Konzepte (Umsetzung etwa per Drag-&-Drop-Aufgabe oder als offene Frage)
Für solche ins Lernmaterial integrierten Aufgaben eignen sich besonders H5P-Elemente, mittels derer zum Beispiel auch kleine Notizblöcke für Lesenotizen eingebettet werden können. Der SDG Campus bietet dazu Beispiele und Vorlagen.
Funktionen von (komplexen) Lernaufgaben
Komplexe Lernaufgaben gehen über die Rezeption des Lernmaterials im Kurs hinaus. Sie zielen zum Beispiel darauf, dass Lernende
- Wissen auf neue Kontexte und Situationen übertragen (z.B. Vergleichs- und Transferaufgaben)
- eigenständig neues Wissen recherchieren und dabei eigene Interessen berücksichtigen können (Aufgaben mit Rechercheanteil)
- ihre Lebenswelt und eigene Erfahrungen einbeziehen und reflektieren (Aufgaben mit Reflexionsanteil)
- Einblick in Wissen und Erfahrungen anderer Lernender erhalten (kursöffentliches Posting von Aufgabenlösungen)
Umsetzung von Lernaufgaben in Moodle
- Lernaufgaben können als Arbeitsauftrag in Texte/Videos integriert werden. Sie müssen nicht zwangsläufig als Einzelaktivität in Moodle erstellt werden. Ebenso ist es möglich, das Beschreibungsfeld einer Moodle-Aktivität zunächst dazu zu nutzen, um Lerninhalte bereitszustellen, auf die sich dann die spezifische Moodle-Aktivität bezieht. Zum Besipiel kann das Beschreibungsfeld der Aktivität Forum ein Video enthalten, welches dann im Forum diskutiert werden soll.
- Zur Kennzeichnung des Arbeitsauftrags steht eine gleichnamige Formatvorlage zur Verfügung, die wir zu benutzen bitten:
Formatvorlage Arbeitsauftrag - Um verschiedene Arten von Lernaktivitäten zu fördern, empfehlen wir neben der Integration von Arbeitsaufträgen in Textseiten folgende Moodle-Aktivitäten:
- Wordcloud
- Feedback
- Frage-Antwort-Forum,
- Board (als Einzelseite, nicht eingebettet)
- H5P/ Interaktiver Inhalt
- Abstimmung
- Test (Einbettung einzelner Fragen oder Einzelaktivität mit mehreren Fragen)
- StudentQuiz
